Die Sache mit den Farben

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Als meine Freundin mir mitteilte, dass sie ein Kind erwarte, habe ich natürlich sofort meine Stricknadeln gezückt. Das Kind muss doch was zum Anziehen haben! Es war Mai, Geburtstermin Anfang August. Eine nette kleine Wickelstrickjacke sollte es sein für das kleine Mädchen – wie praktisch, dass ich noch jede Menge Wolle in zarten Tönen, hellrosa-dunkelrosa-weiß-helllila-dunkellila-pink-changierend, da hatte. Ein paar Tage nach der frohen Botschaft war das Geschenk zur Geburt der kleinen Tochter meiner Freundin schon fertig. Fast. Nur die Knöpfe fehlten noch.

Ende Juli telefonierte ich wieder mit meiner Freundin. Wie geht’s? Was macht die Geburtsvorbereitung? Ist das Kinderzimmer schon fertig? Ja, hörte ich am anderen Ende, es sei alles schon präpariert, der Kleine bekommt ein Afrika-Zimmer. Der Kleine?! Kann nicht sein, habe ich bestimmt falsch gehört. Eine Tochter bekommt sie, eine Tochter. Elefanten, Giraffen und Löwen seien an die Wände geklebt worden, ein richtiges Jungs-Zimmer. Jungs-Zimmer?!

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Der Schweinehund macht keine Sommerpause

SchweinehundWas wäre eine Sommerpause, wenn man nicht mal so richtig Pause machen würde. Diese Hitze, dieser Staub, dieser Urlaub – alles schrecklich anstrengend. Da bleibt sogar nicht einmal mehr Kraft, die Stricknadeln zu halten. Mal im Ernst: Kaum hatte das Thermometer die 20-Grad-Marke geknackt, sind mir die Nadeln aus der Hand gefallen als seien sie elektrisch geladen. Kein Wunder: Die Wolle klebt an den Händen, die körperliche Betätigung überfordert den ohnehin von der Hitze beanspruchten Körper, die Sonne blendet, so dass man die Anleitung nur mit Sonnenbrille lesen kann. Keine idealen Voraussetzungen. Und dann fällt einem auch noch das halbfertige Strickteil in den Pool.

Der Sommer. Eigentlich die beste Zeit des Jahres, um die Vorräte an Strickkleidung für den Winter aufzufüllen. Dachte ich im Frühling noch. Und dann kam er und mit ihm der Schweinehund. Inmitten meiner akuten Stricklethargie habe ich dann aber doch noch mit letzter Energie meine rudimentär entwickelte Vorliebe für empirische Erhebungen wiederentdeckt – und habe mein Dilemma zu einer Umfrage gemacht. Die Gruppe der Befragten wurden mit folgendem Szenario konfrontiert:

Ich stelle fest: Es ist Sommer und ich stricke deutlich weniger als im Winter. Dabei könnte man gut auch draußen sitzen und dort stricken… aber ich tu es nicht und rätsle warum. Wie ist das bei euch? Strickt ihr im Sommer weniger als im Winter? Wenn ja, was ist der Grund?

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Schön gerahmt ist halb gemalt

Da hatte ich mir wieder was vorgenommen. Etwas Schwieriges sollte es sein, aber etwas, das mir machbar erschien. In einem Buch hatte ich einen gestrickten Bilderrahmen gesehen. Das Buch besaß ich nicht, aber sowas wollte ich machen. Also fragte ich meinen Freund Google, der in solchen Sachen immer schnell eine Lösung anbieten kann, nach einer Anleitung. Naja, also, Freund… wie das halt manchmal so ist. Eine Hand wäscht die andere. Google weiß alles über mich, dafür kriege ich, was ich suche. Irgendwie fair, aber irgendwie auch… zurück zu den Bilderrahmen. Meine Google-Suche war erfolgreich und bot mir direkt als ersten Treffer eine ganz hübsche, kostenlose Anleitung an. Das brauchte ich. Graue Wolle hatte ich noch, sogar fast genau die Farbe wie in der Abbildung. IMG_3738Voller Tatendrang strickte ich los. Eine Maschenprobe sparte ich mir diesmal. Es war im Prinzip egal, wie groß das Ergebnis werden würde – solange es ein Bilderrahmen wurde. Nach einem schmerzhaften Neuanlauf, bei dem ich aber immerhin gelernt habe, wie man Strickschriften liest, ging es dann prima von der Hand. Neu waren die Noppen, da reichte aber schon eine Trockenübung, dann klappten auch die. Bei den Ecken musste man sich ein bisschen konzentrieren, aber wenn man strikt nach Anleitung vorging, konnte eigentlich nichts schiefgehen. Es ging trotzdem jede Menge schief, aber Reihen aufribbeln und neu stricken ist ja irgendwie auch schön. Diese Demut. Diese Herausforderung an die persönliche Geduld. Einfach schön. Irgendwann hatte ich das Muster sogar fast auswändig drauf. Also, immerhin so auswändig, dass ich am Anfang einer Reihe so eine grobe Ahnung hatte, was jetzt kommt. Da fällt mir ein:

Liesl Strick-Service-Tipp: Die Reihen, die man schon gestrickt hat, markieren! Hilft!

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Yarnbombing am Engländer-Geländer

Ein wahres El Dorado für Guerilla-Stricker scheint es an der englischen Nordostküste zu geben: Ein kleines 6000-Einwohner-Städtchen mit dem klangvollen Namen Saltburn-by-the-Sea wird offenbar in regelmäßigen Abständen von so genannten „Yarn Bombers“ überrascht. Bislang weiß niemand, wer sich hinter den beliebten Aktionen versteckt, aber Fakt ist: Es gibt anscheinend eine Gruppe von Leuten – angesichts der Fülle an Strickkunstwerken ist es wohl eher keine Einzelperson – die das Geländer der beliebten Seebrücke in unregelmäßigen Abständen mit aktuellen Motiven bestrickt. Mal geht es um englische Traditionen oder Spezialitäten der Region Yorkshire, im  Jahr 2012 waren es die Olympischen Spiele, die der Strickgruppe eine Inspiration waren. Vor wenigen Tagen, zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien, sind neue Figuren aufgetaucht: Die Stricker von Saltburn-by-the-Sea haben ganze Arbeit geleistet und mehr oder weniger das gesamte Who is Who des Weltfußballs mit einer gestrickten Hommage bedacht. Hut ab, Freunde!

Diese brandaktuellen Aufnahmen der WM-Strickerei in Saltburn-by-the-Sea stammen von MFPthetraveller bei TripAdvisor, der mir freundlicherweise erlaubt hat, seine Fotos hier zu zeigen:

Oder auch die gesammelten Werke am Geländer des Saltburn Pier – eine Zusammenstellung von flickr.com.

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Strick around the world, naja, Europa

Seit zwei Tagen läuft die Fußball-WM. WTF?!, denk ich mir, heute ist doch noch was viel wichtigeres! Heute ist World Wide Knit in Public Day. Oder besser gesagt: Heute ist ein World Wide Knit in Public Day, denn die ganze Woche ist dem „öffentlichen Stricken“ gewidmet. Der Welttag des öffentlichen Strickens ist zum ersten Mal im Jahr 2005 von Danielle Landes ausgerufen worden und sollte eine Plattform für Strickfreunde auf der ganzen Welt werden. Und er wurde, wie sie schreibt: „Es ist ein spezieller Tag nur für dich und Leute wie dich, um dein Haus zu verlassen und zu einer Veranstaltung in deiner Stadt zu gehen – mit deinem Strickzeug im Gepäck. Wer weiß, wen du triffst? Betrachte es als einen Funken, um ein Feuer zu entfachen – all die zuhause eingeschlossenen Strickerinnen und Stricker raus an die frische Luft zu locken!“

Schöner Gedanke und ab sofort können wir immerhin in ganz Europa über unser Leib- und Magenthema reden: Stricken. Am lustigsten in Ungarn, einfach in Norwegen und Dänemark und lautmalerisch irreführend in Wales. Viel Spaß!

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