Strick around the world, naja, Europa

Seit zwei Tagen läuft die Fußball-WM. WTF?!, denk ich mir, heute ist doch noch was viel wichtigeres! Heute ist World Wide Knit in Public Day. Oder besser gesagt: Heute ist ein World Wide Knit in Public Day, denn die ganze Woche ist dem „öffentlichen Stricken“ gewidmet. Der Welttag des öffentlichen Strickens ist zum ersten Mal im Jahr 2005 von Danielle Landes ausgerufen worden und sollte eine Plattform für Strickfreunde auf der ganzen Welt werden. Und er wurde, wie sie schreibt: „Es ist ein spezieller Tag nur für dich und Leute wie dich, um dein Haus zu verlassen und zu einer Veranstaltung in deiner Stadt zu gehen – mit deinem Strickzeug im Gepäck. Wer weiß, wen du triffst? Betrachte es als einen Funken, um ein Feuer zu entfachen – all die zuhause eingeschlossenen Strickerinnen und Stricker raus an die frische Luft zu locken!“

Schöner Gedanke und ab sofort können wir immerhin in ganz Europa über unser Leib- und Magenthema reden: Stricken. Am lustigsten in Ungarn, einfach in Norwegen und Dänemark und lautmalerisch irreführend in Wales. Viel Spaß!

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Von Schotten, Schafen und Harris Tweed

Ich hatte es versprochen. Mein Urlaub in diesem Jahr sollte mich nach Schottland führen. Was das mit Stricken zu tun hat? Zunächst mal nichts. Dachtet ihr! Aber dann kam Youtube: Die schnellste Strickerin der Welt, Hazel Tindall, lebt in Schottland, auf den Shetland-Inseln. Bäm! Als Strickerin in der dritten Generation hatte sie offenbar ganz gute Strick-Gene abgekriegt, so bringt man es also auch zu was.

Schottland. Land der Schafe. Schurwolle auf vier Beinen, soweit das Auge reichte. Wir fuhren nicht auf die Shetland-Inseln, aber trotzdem ganz in den Norden: Auf die Äußeren Hebriden, vor der nordwestlichen Küste des Landes. Wir flogen nach Glasgow, von dort aus fuhren wir – oft auf einspurigen Straßen, wenn nicht einspurig, dann links – über Loch Ness bis hoch nach Ullapool. Von dort mit der Fähre in dreieinhalb wackligen Stunden, Delphin-Sichtung inklusive, nach Stornoway auf der Insel Lewis.

Lewis ist der nördliche Teil der Doppelinsel Harris und Lewis, gleichzeitig wohl auch die landschaftlich kärgere, aber nicht weniger spannende Hälfte. Lewis war relativ schnell erschlossen, aber das war nicht schlimm. Mehrere Steinkreise, Blackhouses und Felsenklippen später fuhren wir in Richtung Süden nach Harris, wie gesagt, der zweite Teil der Doppelinsel Harris und Lewis.

Auf Harris wurde die Landschaft schlagartig deutlich lieblicher – auf der einen Seite, der Ostseite, Richtung Festland (Kann man das überhaupt sagen, wenn es um Großbritannien geht?): zerklüftete Felsbuchten, glasklares, dunkelblaues Wasser und saftige Vegetation, in der sich hunderte Schafe sichtlich wohlfühlten. Harris WestküsteAuf der anderen Seite, der Westseite, zum offenen Meer hin: Karibisch-weiße, kilometerlange Sandstrände mit türkis schimmerndem Wasser, im Hintergrund die höheren Berge der ansonsten eher flachen Insel.

Hier also hat man sich den legendären Harris Tweed ausgedacht. Oft gehört, nie drüber nachgedacht, aber das leuchtet ein. In dieser vollkommenen Landschaft bleiben einfach keine Wünsche mehr offen, da fängt man automatisch an, Tweed zu weben.

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Die Inspiration ist ein Labrador

Textiletiketten zum Einnähen

Wenn es etwas gibt, was man sich von Hunden abschauen kann, ist es vielleicht – neben innigster Liebe und bedingungsloser Treue den Menschen gegenüber, die ihn füttern – immer ein kleines Souvenir zu hinterlassen, wo auch immer man gewesen ist. Revier markieren heißt es dort, Namen draufschreiben hier.

Und während unser verliebter Nachbarslabrador mal wieder verträumt unserer anspruchsvollen, französischen Hütehündin ans Bein pinkelte, dachte ich also an textile Namensschildchen zum Einnähen. Diese Schildchen, die der kleine Jeremy-Frederick hinten in seinem Kapuzenpulli trägt, mit seinem Namen drauf, damit die großen Jungs in der Umkleide auch wissen, wen sie da am Pullover an den Garderobenhaken hängen. Oder damit die kleine Lisa weiß, an wen sie ihren Liebesbrief adressieren muss. Wie auch immer das Schildchen verwendet werden würde, es wäre bestimmt spitze.

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Dein Fußballverein liebt dich nicht

fussball

Es hätte so schön sein können: Bayern wird Meister und steht gegen Dortmund erneut im Pokalfinale, Gladbach spielt in Europa, Hannover steigt nicht ab und Köln auf. Und jeder, der sich freut oder im weniger glücklichen Fall seinem Verein seine ungebrochene Treue aussprechen möchte, trägt zukünftig einen Fußballschal in den eigenen Vereinsfarben – und zwar handgestrickt. Dafür wollte ich Strickmuster der Vereinslogos erstellen, die frei für jedermann herunterzuladen und nachzustricken gewesen wären. Dazu Woll- und Farbempfehlungen, um die Farben möglichst genau zu treffen. Jenseits von Merchandising und überteuerter Fanshop-Ware. In tiefer Verbundenheit zu den Vereinen und in leidenschaftlicher Handarbeit erstellt. Mit dem Herz in der Hand und der Wolle auf der Nadel. Sozusagen.

Das war mein monumentaler Plan und er hätte die Welt verändert. Hätte. Das Fußballgeschäft wäre ein bisschen weniger mächtig gewesen, die Auswahl an Fanartikeln wäre individueller und vielfältiger geworden, selbstgestrickte Fanartikel hätten Einzug in die Stadien der Welt gehalten. Hätten. Den VfL Wolfsburg hatte ich schon fertig. Als Hannover 96-Fan eine wahre Überwindung – aber es schien mir als eines der einfacheren Logos, um es in kleinen eckigen Kästchen nachzumalen. Und dann fragte mich mein Freund, der Bayern-Fan, ob ich denn bereits das Einverständnis der Fußballclubs eingeholt hätte. Einverständnis. Hä? Für ein privates Projekt? Dafür, dass ich Fußball-Fan bin und meinem Verein mit etwas Selbstgestricktem meine Liebe aussprechen will? Dafür, dass ich meinen Liebsten ihre Vereinslogos stricken und ihren grauen Tag ein wenig farbenfroher machen möchte? Dafür, dass ich kleinen Hundewelpen kleine Hundewelpenanzüge mit Fußballvereinslogos stricken möchte? Und dafür, dass ich allen anderen Fußball-Fans in diesem Land das gleiche ermöglichen möchte? Naja, gut. Vielleicht hat er recht.

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Wer lesen kann, ist klar im Vorteil

Strickschrift falsch gelesen

Da hatte ich mir was vorgenommen. Zum ersten Mal wollte ich anhand einer richtigen Strickschrift stricken. Einen bezogenen Bilderrahmen. Ich hatte gedacht, ein Bilderrahmen kann ja nicht so schwer sein. Sieht hübsch aus, aber die Reihen sind nicht so lang wie bei einem Pullover zum Beispiel. Also Bilderrahmen. Die Anleitung hatte ich über die bewährte Google-Suche gefunden und zwar bei zuhausewohnen.de, und die hatte mich darauf vorbereitet, dass ich sowohl Zöpfe als auch Noppen stricken müssen würde. Zöpfe hatte ich schon mal geübt, aber Noppen waren mir neu. Zum Glück hatte die Anleitung auch daran gedacht und das Vorgehen erklärt: Aus einer Masche fünf Maschen stricken. Klingt komisch, geht aber zum Beispiel so: Eine Masche stricken, die Masche auf der linken Nadel lassen, einen Umschlag, eine Masche durch die gleiche Masche stricken, einen Umschlag, noch eine Masche durch die gleiche Masche stricken – sind genau fünf Maschen. Das Strickstück drehen, die fünf Maschen rechts stricken, das Strickstück noch einmal drehen, die fünf Maschen links stricken und vier Maschen über die erste ziehen. Es entsteht: ein dicker Böppel, unsere Noppe. Es bleibt: eine Masche. Perfekt.

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