iSchön!

Nachdem ich seit den Socken noch kein Teil fabriziert hatte, das man tatsächlich auch verwenden würde können, entschloss ich mich für ein kleineres Projekt, an dessen Ende ein alltagstaugliches Accessoire stehen sollte. Eine Handyhülle. Einerseits wollte ich das Thema Intarsienstricken (so heißt es nämlich in schlau, wenn man andersfarbige Motive in eine Fläche einstricken will) nach meinem, sagen wir mal, holprigen Versuch noch einmal aufnehmen. zaehlraster-applelogoUnd zweitens hatte ich ein Strickmuster für das Apple-Logo gefunden, das mir machbar und schick erschien.

Leider hatte ich nur kein Strickmuster für eine iPhone-Hülle gefunden – also versuchte ich es auf eigene Faust. Erst die Maschenprobe, dann am lebenden Objekt. Der erste Versuch war, oh Wunder, deutlich zu groß. Der zweite Versuch passte dann – ein bisschen auf Spannung, damit das Handy am Ende nicht direkt wieder herausfällt. So weit, so gut.

Da ich im Prinzip einen Schlauch stricken wollte, den ich schlussendlich unten zusammennähen wollte, hielt ich eine Rundstricknadel für das Mittel der Wahl. Auch das funktionierte ganz gut, sogar der Apfel ließ sich einigermaßen stricken, aber letztlich war es doch eine ziemlich Kniffelei mit diesem geschlossenen Strumpf, in dessen Inneren ein Motiv entstehen sollte. Ich habe den Versuch zwar zu Ende gestrickt, wusste aber: Das war es noch nicht. Das Motiv rollte sich relativ stark auf, weil ich dem Zweitgarn zu wenig Luft gegeben hatte. So hatte meine Handyhülle fast eine Taille. Es sah ziemlich bescheuert aus, deswegen auch ohne Fotobeweis.

Der zweite Versuch war eigentlich einfacher, aber auch kniffliger: Den Anschlag habe ich diesmal provisorisch gemacht, mit Häkelmaschen, die ich am Ende wieder aufmachen konnte, um einen Rand zu stricken. Ich strickte also zuerst, von den provisorischen Maschen ausgehend, einen Schal in der doppelten Länge eines iPhones. An einer von mir ausgewählten Stelle strickte ich dann das Motiv ein. Da ich hier freien Zugang zu allen Seiten hatte, ließ sich das Zweitgarn besser mitführen und man hatte besseren Überblick über das Strickbild. Das sah alles schon ganz gut aus.

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Bei einer Länge, die mir gut gefiel, habe ich den Schal in der Mitte umgeklappt und die beiden langen Seiten jeweils zusammengenäht. Die letzten Maschen lagen noch auf der Nadel. Hier war schon zu erkennen: Die Ecken unten waren deutlich schöner geformt, die Konturen waren irgendwie glatter. Aber oben war natürlich noch Kraut und Rüben, hier waren die ersten Maschen mit dem provisorischen Anschlag und die letzten Maschen noch auf der Nadel. Den Abschluss wollte ich rundstricken, damit die Naht dort nicht so sichtbar wird. Und das habe ich auch gemacht, mit dem sogenannten i-Cord oder auch Kordelabschluss. Das finde ich immer noch sehr hübsch.

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Und damit war mein Projekt im Prinzip auch beendet, die iPhone-Hülle hat ihren Dienst bereits aufgenommen.

iphone-huelle-mit-iphone       iphone-huelle
Mein Lernfortschritt diesmal: 1. Kordelabschlüsse sehen toll aus und sind wirklich einfach zu stricken. 2. Manchmal ist der scheinbar umständlichere Weg doch der einfachere. 3. Nächstes Mal kaufe ich mir kein iPhone mehr. Eure Siri – äh – Liesl.
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