Schön gerahmt ist halb gemalt

Da hatte ich mir wieder was vorgenommen. Etwas Schwieriges sollte es sein, aber etwas, das mir machbar erschien. In einem Buch hatte ich einen gestrickten Bilderrahmen gesehen. Das Buch besaß ich nicht, aber sowas wollte ich machen. Also fragte ich meinen Freund Google, der in solchen Sachen immer schnell eine Lösung anbieten kann, nach einer Anleitung. Naja, also, Freund… wie das halt manchmal so ist. Eine Hand wäscht die andere. Google weiß alles über mich, dafür kriege ich, was ich suche. Irgendwie fair, aber irgendwie auch… zurück zu den Bilderrahmen. Meine Google-Suche war erfolgreich und bot mir direkt als ersten Treffer eine ganz hübsche, kostenlose Anleitung an. Das brauchte ich. Graue Wolle hatte ich noch, sogar fast genau die Farbe wie in der Abbildung. IMG_3738Voller Tatendrang strickte ich los. Eine Maschenprobe sparte ich mir diesmal. Es war im Prinzip egal, wie groß das Ergebnis werden würde – solange es ein Bilderrahmen wurde. Nach einem schmerzhaften Neuanlauf, bei dem ich aber immerhin gelernt habe, wie man Strickschriften liest, ging es dann prima von der Hand. Neu waren die Noppen, da reichte aber schon eine Trockenübung, dann klappten auch die. Bei den Ecken musste man sich ein bisschen konzentrieren, aber wenn man strikt nach Anleitung vorging, konnte eigentlich nichts schiefgehen. Es ging trotzdem jede Menge schief, aber Reihen aufribbeln und neu stricken ist ja irgendwie auch schön. Diese Demut. Diese Herausforderung an die persönliche Geduld. Einfach schön. Irgendwann hatte ich das Muster sogar fast auswändig drauf. Also, immerhin so auswändig, dass ich am Anfang einer Reihe so eine grobe Ahnung hatte, was jetzt kommt. Da fällt mir ein:

Liesl Strick-Service-Tipp: Die Reihen, die man schon gestrickt hat, markieren! Hilft!

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Yarnbombing am Engländer-Geländer

Ein wahres El Dorado für Guerilla-Stricker scheint es an der englischen Nordostküste zu geben: Ein kleines 6000-Einwohner-Städtchen mit dem klangvollen Namen Saltburn-by-the-Sea wird offenbar in regelmäßigen Abständen von so genannten „Yarn Bombers“ überrascht. Bislang weiß niemand, wer sich hinter den beliebten Aktionen versteckt, aber Fakt ist: Es gibt anscheinend eine Gruppe von Leuten – angesichts der Fülle an Strickkunstwerken ist es wohl eher keine Einzelperson – die das Geländer der beliebten Seebrücke in unregelmäßigen Abständen mit aktuellen Motiven bestrickt. Mal geht es um englische Traditionen oder Spezialitäten der Region Yorkshire, im  Jahr 2012 waren es die Olympischen Spiele, die der Strickgruppe eine Inspiration waren. Vor wenigen Tagen, zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien, sind neue Figuren aufgetaucht: Die Stricker von Saltburn-by-the-Sea haben ganze Arbeit geleistet und mehr oder weniger das gesamte Who is Who des Weltfußballs mit einer gestrickten Hommage bedacht. Hut ab, Freunde!

Diese brandaktuellen Aufnahmen der WM-Strickerei in Saltburn-by-the-Sea stammen von MFPthetraveller bei TripAdvisor, der mir freundlicherweise erlaubt hat, seine Fotos hier zu zeigen:

Oder auch die gesammelten Werke am Geländer des Saltburn Pier – eine Zusammenstellung von flickr.com.

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Bestricke deinen Nächsten wie dich selbst

Das ist Massimo, der marsmännchen-grüne Teddy mit Badehose in Hackfleisch-Optik. Massimo ist aber nicht nur ein gutaussehender Teddybär im besten Teddybären-Alter, sondern bald auch Trost-Teddy. Denn Massimo wird gespendet an den Trostteddy e.V., einen gemeinnützigen Verein, der mit Teddybär-Spenden Kindern hilft, die in eine Notsiuation geraten sind, die also zum Beispiel einen Unfall hatten, im Krankenhaus liegen oder einen Angehörigen verloren haben. Da kann ein tröstender Teddy ein treuer Begleiter werden. So wie Massimo.

Die Anleitung liefert der Trostteddy e.V. direkt mit – übrigens komplett kraus rechts gestrickt und wirklich extrem einfach nachzumachen. Und endlich weiß ich, was ich mache, wenn grade kein Verwandter, Freund, Kollege oder Neugeborenes bestrickt werden muss: Ich stricke für den guten Zweck!

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Himmel, Arsch und Zwirn!

Man glaubt es gar nicht, wie oft uns Strickwaren und ihr Zubehör im Alltag begleiten und für mannigfaltige Metaphern und Bilder sorgen. Mit liebgewonnenem, textilem Vokabular verstricken wir uns in veritables Seemannsgarn, verlieren den Faden, geraten in die Wolle und plaudern aus dem Nähkästchen. Eine Sammlung der schönsten Redewendungen mit Wollbeteiligung inklusive ihrer Bedeutungen habe ich für euch zum Durchblättern zusammengestellt. Da beißt die Maus keinen Faden ab! Eure Liesl

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Du alte Lampe!

Im Januar waren wir in Wien im Hotel 25hours untergebracht. Leider nur eine Nacht, aber für eine kurze Inspiration hat es gereicht. Unser Zimmer, sehr stylish eingerichtet, verfügte neben Gucklöchern ins Badezimmer außerdem über eine wunderbare gestrickte Hängelampe. Noch schöner als der Lampenschirm selbst waren eigentlich die Schatten, die durch die Maschen an die Wand geworfen wurden. In meinem Kinderzimmer habe ich früher gerne die Astlöcher in der vertäfelten Decke studiert. Das hier war ähnlich.

lampe-wien

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