Yarnbombing am Engländer-Geländer

Ein wahres El Dorado für Guerilla-Stricker scheint es an der englischen Nordostküste zu geben: Ein kleines 6000-Einwohner-Städtchen mit dem klangvollen Namen Saltburn-by-the-Sea wird offenbar in regelmäßigen Abständen von so genannten „Yarn Bombers“ überrascht. Bislang weiß niemand, wer sich hinter den beliebten Aktionen versteckt, aber Fakt ist: Es gibt anscheinend eine Gruppe von Leuten – angesichts der Fülle an Strickkunstwerken ist es wohl eher keine Einzelperson – die das Geländer der beliebten Seebrücke in unregelmäßigen Abständen mit aktuellen Motiven bestrickt. Mal geht es um englische Traditionen oder Spezialitäten der Region Yorkshire, im  Jahr 2012 waren es die Olympischen Spiele, die der Strickgruppe eine Inspiration waren. Vor wenigen Tagen, zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien, sind neue Figuren aufgetaucht: Die Stricker von Saltburn-by-the-Sea haben ganze Arbeit geleistet und mehr oder weniger das gesamte Who is Who des Weltfußballs mit einer gestrickten Hommage bedacht. Hut ab, Freunde!

Diese brandaktuellen Aufnahmen der WM-Strickerei in Saltburn-by-the-Sea stammen von MFPthetraveller bei TripAdvisor, der mir freundlicherweise erlaubt hat, seine Fotos hier zu zeigen:

Oder auch die gesammelten Werke am Geländer des Saltburn Pier – eine Zusammenstellung von flickr.com.

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Von Schotten, Schafen und Harris Tweed

Ich hatte es versprochen. Mein Urlaub in diesem Jahr sollte mich nach Schottland führen. Was das mit Stricken zu tun hat? Zunächst mal nichts. Dachtet ihr! Aber dann kam Youtube: Die schnellste Strickerin der Welt, Hazel Tindall, lebt in Schottland, auf den Shetland-Inseln. Bäm! Als Strickerin in der dritten Generation hatte sie offenbar ganz gute Strick-Gene abgekriegt, so bringt man es also auch zu was.

Schottland. Land der Schafe. Schurwolle auf vier Beinen, soweit das Auge reichte. Wir fuhren nicht auf die Shetland-Inseln, aber trotzdem ganz in den Norden: Auf die Äußeren Hebriden, vor der nordwestlichen Küste des Landes. Wir flogen nach Glasgow, von dort aus fuhren wir – oft auf einspurigen Straßen, wenn nicht einspurig, dann links – über Loch Ness bis hoch nach Ullapool. Von dort mit der Fähre in dreieinhalb wackligen Stunden, Delphin-Sichtung inklusive, nach Stornoway auf der Insel Lewis.

Lewis ist der nördliche Teil der Doppelinsel Harris und Lewis, gleichzeitig wohl auch die landschaftlich kärgere, aber nicht weniger spannende Hälfte. Lewis war relativ schnell erschlossen, aber das war nicht schlimm. Mehrere Steinkreise, Blackhouses und Felsenklippen später fuhren wir in Richtung Süden nach Harris, wie gesagt, der zweite Teil der Doppelinsel Harris und Lewis.

Auf Harris wurde die Landschaft schlagartig deutlich lieblicher – auf der einen Seite, der Ostseite, Richtung Festland (Kann man das überhaupt sagen, wenn es um Großbritannien geht?): zerklüftete Felsbuchten, glasklares, dunkelblaues Wasser und saftige Vegetation, in der sich hunderte Schafe sichtlich wohlfühlten. Harris WestküsteAuf der anderen Seite, der Westseite, zum offenen Meer hin: Karibisch-weiße, kilometerlange Sandstrände mit türkis schimmerndem Wasser, im Hintergrund die höheren Berge der ansonsten eher flachen Insel.

Hier also hat man sich den legendären Harris Tweed ausgedacht. Oft gehört, nie drüber nachgedacht, aber das leuchtet ein. In dieser vollkommenen Landschaft bleiben einfach keine Wünsche mehr offen, da fängt man automatisch an, Tweed zu weben.

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