Schön gerahmt ist halb gemalt

Da hatte ich mir wieder was vorgenommen. Etwas Schwieriges sollte es sein, aber etwas, das mir machbar erschien. In einem Buch hatte ich einen gestrickten Bilderrahmen gesehen. Das Buch besaß ich nicht, aber sowas wollte ich machen. Also fragte ich meinen Freund Google, der in solchen Sachen immer schnell eine Lösung anbieten kann, nach einer Anleitung. Naja, also, Freund… wie das halt manchmal so ist. Eine Hand wäscht die andere. Google weiß alles über mich, dafür kriege ich, was ich suche. Irgendwie fair, aber irgendwie auch… zurück zu den Bilderrahmen. Meine Google-Suche war erfolgreich und bot mir direkt als ersten Treffer eine ganz hübsche, kostenlose Anleitung an. Das brauchte ich. Graue Wolle hatte ich noch, sogar fast genau die Farbe wie in der Abbildung. IMG_3738Voller Tatendrang strickte ich los. Eine Maschenprobe sparte ich mir diesmal. Es war im Prinzip egal, wie groß das Ergebnis werden würde – solange es ein Bilderrahmen wurde. Nach einem schmerzhaften Neuanlauf, bei dem ich aber immerhin gelernt habe, wie man Strickschriften liest, ging es dann prima von der Hand. Neu waren die Noppen, da reichte aber schon eine Trockenübung, dann klappten auch die. Bei den Ecken musste man sich ein bisschen konzentrieren, aber wenn man strikt nach Anleitung vorging, konnte eigentlich nichts schiefgehen. Es ging trotzdem jede Menge schief, aber Reihen aufribbeln und neu stricken ist ja irgendwie auch schön. Diese Demut. Diese Herausforderung an die persönliche Geduld. Einfach schön. Irgendwann hatte ich das Muster sogar fast auswändig drauf. Also, immerhin so auswändig, dass ich am Anfang einer Reihe so eine grobe Ahnung hatte, was jetzt kommt. Da fällt mir ein:

Liesl Strick-Service-Tipp: Die Reihen, die man schon gestrickt hat, markieren! Hilft!

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Bestricke deinen Nächsten wie dich selbst

Das ist Massimo, der marsmännchen-grüne Teddy mit Badehose in Hackfleisch-Optik. Massimo ist aber nicht nur ein gutaussehender Teddybär im besten Teddybären-Alter, sondern bald auch Trost-Teddy. Denn Massimo wird gespendet an den Trostteddy e.V., einen gemeinnützigen Verein, der mit Teddybär-Spenden Kindern hilft, die in eine Notsiuation geraten sind, die also zum Beispiel einen Unfall hatten, im Krankenhaus liegen oder einen Angehörigen verloren haben. Da kann ein tröstender Teddy ein treuer Begleiter werden. So wie Massimo.

Die Anleitung liefert der Trostteddy e.V. direkt mit – übrigens komplett kraus rechts gestrickt und wirklich extrem einfach nachzumachen. Und endlich weiß ich, was ich mache, wenn grade kein Verwandter, Freund, Kollege oder Neugeborenes bestrickt werden muss: Ich stricke für den guten Zweck!

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Rucke di guh, ich such‘ die schönsten Schuh‘

gestrickte-babyschuhe-sammlungBabys sind ja zunächst mal vor allem süß. Aber auch sie haben Füße. Klitzekleine, süße Füße, die genau so kalt werden können wie große Füße. Man könnte fast meinen, ich sei auf Füße fixiert, weil ich ständig irgendwelche Schuhe stricke – aber das ist nicht so. Erstens sind Schuhe, insbesondere Schühchen, sehr schnell gestrickt. Das kommt meinem ungeduldigen Wesen entgegen.

Und zweitens ist es eine besonders knifflige Aufgabe, eine einfache Anleitung für schöne Schühchen zu finden. Schwierig und schön gibt es wie Sand am mehr. Einfach und hässlich auch. Schwierig und hässlich habe ich mir gar nicht erst angeschaut. Aber einfach und schön? Gar nicht mal so leicht. Ja, dann denk dir doch selbst was aus, du alte Meckerziege! Könnte man denken. Problem: Dafür müsste man ja stricken können. Also richtig gut. Kann ich nicht. Also meckern. Oder halt suchen.

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Immer dieser Filz!

gestrickte und gefilzte hausschuheHausschuhe wollte er haben, der Liebste. In seiner Mundart: Schluppen. Schon lange wollte er welche haben. Bereits vorletztes Jahr zu Weihnachten hatte ich das Internet durchforstet nach Hausschuhen, die nicht nach Gelsenkirchener Barock und gekacheltem Couchtisch aussahen. Was es alles gibt. Teilweise sogar ganz nett. Für Hausschuhe. Aber alles, was in Frage gekommen wäre, weil es nicht komplett grässlich war, hörte bei Größe 44 auf. Mit Durchschnitt ist es bei uns aber nicht getan: Größe 47 hätte es sein sollen. Gibt es auch, halt mit ergonomischem Fußbett in prähistorischem Beige. Oder Grau. Oder Braun. Oder Hahnenfuß-Schwarz-Weiß.

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Euphorias Sonntagsstück

Ein Mädchen namens Euphoria. Euphoria Müller. Euphoria. Klingt nach European Song Contest, wobei ich mich immer schon über Schweden gewundert habe. Tatsächlich war Euphoria aber der Arbeitstitel für das Kind einer Freundin, das inzwischen auf der Welt ist und einen viel schöneren Namen trägt, den ich hier aber nicht nennen werde. Aus Gründen.

Euphoria war aber auch der nächste Anlass, Babyklamotten zu stricken. Und zwar welche für ein Kind, das bei mir persönlich noch nicht vorstellig geworden ist. Und ein Kind, von dem ich zu jenem Zeitpunkt noch nicht wusste, ob es ein Mädchen oder ein Junge werden würde. Ohnehin frei von genderspezifischen Schubladen, habe ich mich für dunkelblau entschieden. Auch, weil ich noch dunkelblaue Wolle hatte. Aber vor allem wegen Gender.

Es sollte etwas Neutrales, aber Kindliches werden. Nicht zu verspielt, eher was für ein cooles Baby. Da meine Strickfähigkeiten noch nicht weit über glatt rechts und glatt links hinausgingen, hatte ich mich von anspruchsvolleren Ideen direkt wieder gelöst. Dank Ravelry und einigen weiteren Inspirationsquellen fiel die Wahl auf einen Pullunder (hier die Anleitung auf Deutsch). Da das Set um mindestens ebenso coole Babyschuhe ergänzt werden sollte, erschien mir das Mini-Tanktop irgendwie angebracht.

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